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Kärntner Institut für Seenforschung - Naturwissenschaftliches Forschungszentrum
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Die Äsche - Fisch des Jahres 2011

Äsche [Thymallus thymallus (Linné, 1758)]
Äsche. Foto: Christian Maier
Relativ große, festsitzende Schuppen; kleines Maul;. lange Rückenflosse (Äschenfahne); tropfenförmige Pupille; mäßig langgestreckter, seitlich abgeflachten Körper; bis 50 cm lang und bis zu 1 kg schwer.

Foto: Christian Maier [de.wikipedia.org]

Mit der Wahl der Äsche als Fisch des Jahres 2011 soll auf die Gefährdung ihrer Bestände in unseren Gewässern und auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden.


Vorkommen in Kärnten


Die Äsche fühlt sich in sauerstoffreichen, kühlen Fließgewässern wohl.
Obere Drau, Untere Möll, Gail, Mittlere Gurk, Glan, Vellach, Lavant 


Fischregionen


Leitart der Äschenregion (Hyporhitral)
Begleitart der Unteren Forellenregion (Metarhitral) und der Barbenregion (Epipotamal)


Lebensweise


Die Äsche hält sich bevorzugt in klaren, kühlen, schnell fließenden Gewässern mit Sand- oder Kiesgrund bei einer Wassertemperatur zwischen 4 und 18 Grad auf. Sie ist ein geselliger Fisch, der in kleinen Schwärmen oder Gruppen lebt. Äschen halten sich gerne in zügig überströmten Bereichen frei im Fluss stehend, im Strömungsschatten einzelner Steine auf. Nach der Larvenphase, bei einer Körperlänge von ca. 20 – 35 mm halten sich die Jungäschen am Gewässerboden im Hauptgerinne auf. Während der Wintermonate findet man Äschen an tiefen, strömungsberuhigten Stellen im Fluss.


Nahrung


Insektenlarven, kleine Würmer, Schnecken und Anflugnahrung, kleine Fische.


Fortpflanzung


Im Frühjahr (März bis Mai) unternimmt die Äsche lange Laichwanderungen (bis zu 100 km). Das Weibchen schlägt an einer seichten, überströmten Kiesbank (Wassertiefe: 30 bis 50 cm, Fließgeschwindigkeit: 23 bis 90 cm) eine Laichgrube aus und bedeckt die 3.000 bis 6.000 Eier nach der Befruchtung wieder mit Kies.
Die Larven benötigen Bereiche mit geringer Fließgeschwindigkeit (< 20 cm/s) und schlammig, sandigem Untergrund.


Besonderheiten


Das Fleisch frischer Äschen riecht nach Thymian, deshalb werden sie auch „Thymianduftende“ genannt. Der wissenschaftliche Name „Thymallus“ leitet sich auch daher ab.


Fischerei


Das Fleisch der Äschen ist schmackhaft und besitzt wenige Gräten. Angelfischereilich sind Äschen vor allem für die Fliegenfischerei sehr interessant.


Gefährdung


Heute ist die Äsche in vielen Gewässern stark bedroht. Grund ist der Verlust der Lebensräume. Querbauwerke verhindern Nahrungs- und Laichwanderungen und führen zur genetischen Isolation ganzer Populationen. Fehlende oder nicht erreichbare Laichplätze, Schwall- und Sunkbetrieb, Mangel an Jungfischlebensräumen und fischfressende Vögel tragen ihren Beitrag dazu bei. Außerdem reagiert die Äsche empfindlich auf schlechte Wasserqualität.

Rote Liste Kärnten: Vorwarnstufe (in großen Teilen des früher besiedelten Gebietes bereits selten geworden)
Rote Liste Österreich: gefährdet
 

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