SILMAS – Sustainable Instruments for Lakes Management in the Alpine Space
September 2009 bis September 2012 Das Projekt SILMAS gliedert sich in 6 Arbeitspakete. Das Kärntner Institut für Seenforschung ist an den Arbeitspaketen 4, 5 und 6 beteiligt.
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Arbeitspaket 4 (WP4): Alpine Lakes running changes
Action 4.2: Bewertung des Zustandes von Seeufern – Shorezone Function Index (SFI) am Beispiel Wörthersee und Millstätter See
Der terrestrische Uferbereich stehender Gewässer stellt nicht nur einen wichtigen Lebensraum dar, sondern greift auch aktiv in den Nährstoffhaushalt der Gewässer ein. Der Uferstreifen kann bis zu 90 % des, aus der landwirtschaftlichen Nutzung stammenden, Stickstoffes aufnehmen. Somit bildet er einen notwendigen Puffer für das Gewässer.
Der Shorezone Function Index (SFI) wurde zur Bewertung des terrestrischen Ufers (Wasserlinie bis rund 50 m landeinwärts) anhand nachvollziehbarer, morphologischer und biologischer Kriterien in Italien entwickelt. Der Shorezone Function Index (SFI) wird am Wörthersee und Millstätter See auf seine Anwendbarkeit für Kärnten getestet.
Eine eigene SFI-Software berechnet anhand verschiedener Parameter den ökologischen Zustand und die Pufferkapazität eines Seeuferabschnittes. Das Ergebnis kommt in einer fünfstufigen Bewertungsskala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) zum Ausdruck.
Eine kartographische Darstellung der bewerteten Uferabschnitte, liefert einen Überblick über den ökologischen Zustand des terrestrischen Ufers und stellt eine Grundlage für die Genehmigung verschiedenster Nutzungsvorhaben für das Land Kärnten dar.
Action 4.3: Meromixis – Veränderungen des Zirkulationsverhaltens im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung
Erste Anzeichen lassen vermuten, dass die globale Erwärmung Auswirkungen auf das Zirkulationsverhalten der heimischen Seen hat. Der Wörthersee, welcher zu den teildurchmischenden Seen zählt, verzeichnete in den letzten Jahrzehnten einige Vollzirkulationen. Der Einfluss der zunehmenden Erwärmung auf das Zirkulationsverhalten wird nun auch bei anderen Seen vermutet.
In dem vorliegenden Projekt sollen das Zirkulationsverhalten eines volldurchmischenden Sees (Ossiacher See), und zweier teildurchmischender Seen (Wörthersee und Klopeiner See) genau untersucht werden.
Dazu werden über den Zeitraum von einem halben bis zwei Jahren Temperaturschreiber in bestimmten Tiefen des Wörthersees, Ossiacher Sees und Klopeiner Sees sowie in den wichtigsten Zubringern und Abflüssen ausgebracht. Eine Isotopenanalyse, sowie eine Tritiumanalyse (beides Joanneum Reseach, Graz) ermöglichen einerseits die Erstellung einer Wasserbilanz, sowie andererseits eine Bestimmung des Alters des Tiefenwassers.
In Zusammenhang mit Wind- und Wetterdaten (Kärntner Institut für Klimaschutz) und im Vergleich mit weiter zurückliegenden Datenreihen soll eine mögliche Veränderung im Zirkulationsverhalten der Seen untersucht werden.
Arbeitspaket 5 (WP5): Conflict Solving Governance
Das Arbeitspaket 5 befasst sich mit Methoden zur Konfliktlösung.
Das Land Kärnten und das Kärntner Institut für Seenforschung sind für die Organisation und Koordination dieses Arbeitspaketes zuständig. Dazu fand in St. Georgen am Längsee ein Arbeitstreffen statt, bei dem weitere Schritte des EU-Projektes SILMAS erarbeitet und die Aufgaben verteilt wurden.
Inhaltlich befasst sich das Projekt mit der Ufernutzung und den daraus resultierenden Konflikten. Die Ufer sind einem hohen Nutzungsdruck ausgesetzt, was zu Konflikten zwischen den verschiedenen Interessensvertretern führt. Am Wörthersee und Millstätter See sollen Methoden getestet werden, die zur Lösung der Nutzungskonflikte beitragen.
Arbeitspaket 6 (WP6): Alpine lake areas awareness
Action 6.3: Lebende Gewässer – Seen
Das Projekt Lebende Gewässer – Fließgewässer des Kärntner Instituts für Seenforschung konnte sich bereits an Kärntner Volksschulen etablieren. Im Rahmen des SILMAS-Projekts soll für den Lebensraum See ein umfangreiches Unterrichtspaket entstehen. Im Vordergrund steht die Sensibilisierung der Volksschulkinder für das umfangreiche Thema „Stehendes Gewässer“ mit seinen natürlichen Gegebenheiten, seinen zahlreichen Biozönosen, der Vernetzung zwischen Wasser und Land und der Belastungen durch menschliche Tätigkeiten.
Im Laufe des Projektes werden Arbeitsblätter mit altersgerechten Begriffsdefinitionen, informativen Beiträgen in Form von Geschichten und spielerische Aufgaben (Rätsel, Suchbilder, Wissensquiz, Zeichnen …) erarbeitet. Lehrunterlagen und Unterrichtsmaterialien mit einer detaillierten Beschreibung des Lehrinhaltes und Erläuterungen zu den Arbeitsblättern, Vorschlägen für Exkursionsmöglichkeiten und Anleitung zur Planung von Exkursionen werden den Lehrenden zur Verfügung gestellt.
Im Pilotunterricht können sich dann Schulklassen als Wasserforscher betätigen. Die Informationen zu den erlernten Themen werden dazu auf einer Homepage bereitgestellt.