Wernberger Badesee
| Trophie: |
oligotroph |
| Hygiene: |
sehr gut |
| Ökologischer Zustand: |
|
Generell zeigte das Epilimnion des Wernberger Badesees 2004 Werte, die für ein oligotrophes Gewässer typisch sind. Bei der, im September erfolgten Beprobung, ergaben sich, durch die wahrscheinlich unmittelbar über Grund entnommene Probe, einige Besonderheiten, die es Wert sind, im Folgenden näher diskutiert zu werden.
Zunächst jedoch zur allgemeinen Diskussion der physikalischen Parameter:
Die Sichttiefe zeigte eine Zunahme auf mittlere 3,7 Meter. Aus den Werten für Temperatur, pH-Wert und Leitfähigkeit ergaben sich keine Besonderheiten.
Die epilimnische Gesamt-Phosphor-Konzentration zeigte eine Abnahme auf mittlere 6 μg/l. Über Grund errechnete sich ein Mittel von 35 μg/l.
Der relativ hohe Wert weist auf eine, knapp über dem Grund entnommene Probe hin, da im September eine ungewöhnlich hohe Gesamt-Phosphor-Konzentration (56 μg/l) gemessen wurde.
Dieser Wert und die außergewöhnlich hohe Ammonium-Stickstoff-Konzentration (5700 μg/l) sind ein gutes Indiz für eine erhöhte Abbautätigkeit unter anaeroben Verhältnissen, wie sie im September über Grund herrschten.
Die optische und olfaktorische Überprüfung der grundnah (8 m) entnommenen Probe erbrachte eine leichte Rosafärbung und einen metallischen Geruch. Beides weist auf eine erhöhte Konzentration an gelöstem Eisen hin. Die später im Labor vorgenommene Analyse bestätigte dies. Die Eisen-Konzentration lag über 27 (!) mg/l. Auch die Mangan-Konzentration erwies sich als ungewöhnlich hoch.
Eisen bleibt jedoch nur unter besonderen Bedingungen in Lösung. Zum einen muss die Sauerstoffsättigung unter 50 Prozent liegen, der Gehalt an freiem Kohlendioxyd muss ausreichend sein und der pH-Wert muss unter pH 7,5 liegen. Zum anderen muss genügend zersetzbares, organisches Material vorhanden sein. All diese Vorraussetzungen waren erfüllt und entsprachen den Verhältnissen im Hypolimnion eines eutrophen Sees.
Die Tatsache, dass der Wernberger Badesee nicht in diesen Nährstofftypus passt, bestätigt, dass die analysierte Probe aus der Wasser-Sediment-Kontaktzone entnommen wurde.
Wenngleich diese Beobachtungen aus limnologischer Sicht interessant sind, so besitzen, die aus dieser Probe entstammenden Ergebnisse nur wenig Aussagekraft für die Bewertung des Sees. Es ist jedoch anzunehmen, dass ein Zusammenhang mit der, bereits im Vorjahr beobachteten, rückläufigen Phytoplanktonbiomasse-Konzentration besteht.
Quantitative Zählungen des Phytoplanktons im Jahr 2004 ergaben Konzentrationen, die weit unter Werten der Jahre 2000 bis 2002 liegen. Im Mittel betrugen die Werte rund 100 mg/m³ im Juni bzw. 300 mg/m³ im September.
Die im Juniplankton mengenmäßig am Stärksten vertretenen Arten waren
Gymnodinium sp. und
Ceratium hirundinella. Beide stammen aus der Gruppe der Panzeralgen (Dinophyceae). Das Septemberplankton erwies sich in seiner Zusammensetzung als eher ungewöhnlich. Im Epilimnion dominierten verschiedene Formen der Gattung
Cosmarium (Chlorophyta Desmidiales), gemeinsam mit
Cryptomonas sp. (Cryptophyceae),
Chroococcus sp. (Cyanophyceae) und verschiedenen Vertretern der Gattung
Cyclotella (Bacillariophyceae). Unterhalb des Epilimnions war
Merismopedia sp. (Cyanophyceae) mengenmäßig am bedeutendsten.
Keine der fünf, beim Strandbad entnommenen Hygieneproben, ergab Richt- oder Grenzwertüberschreitungen. Der See verfügte über eine „sehr gute Badewasserqualität“.