Turnersee
| Trophie: |
schwach mesotroph |
| Hygiene: |
sehr gut |
| Ökologischer Zustand: |
|
Die einzige Veränderung, die im Untersuchungsjahr 2003 hinsichtlich der physikalischen Parameter festgestellt werden konnte, ist eine Verminderung der mittleren Sichttiefe. Am Vortag des Beprobungstermins im Juli wurden Niederschlagsmengen von 55,6 mm gemessen. Die Sichttiefe an diesem Termin betrug 2,7 Meter. Im September regnete es am Vortag und am Beprobungstag leicht (3 bis 10 mm). Die geringe Sichttiefe an diesem Termin (1,2 Meter) ist aber auf die hohe epilimnische Biomassekonzentration (1599 mg/m³) zurückzuführen.
Der epilimnische Gesamtphosphorgehalt blieb gegenüber 2002 unverändert.
Über Grund kam es hingegen zu einem deutlichen Konzentrationsanstieg.
Die Nitrat- und Ammonium-Stickstoffkonzentrationen zeigten im Mittel einen leichten Anstieg.
Eine schlechtere Situation zeigte sich bei der Sauerstoffkonzentration über Grund. Während in den Jahren 2001 und 2002 im März, während der Frühjahrszirkulation immer Sauerstoff nachgewiesen wurde, lag 2003 die Sauerstoffgrenze bei einer Tiefe von 12 Meter. Die Beprobungen während der Sommermonate ergaben, dass die Sauerstoffgrenze zwischen 10 und 11 Meter lag. Im Juli und im September kam es über Grund auch zur Bildung von Schwefelwasserstoff (H2S).
Die zwischen März und September permanent anaeroben Verhältnisse über Grund erklären auch die erhöhten Gesamtphosphor- und Ammonium-Stickstoffwerte.
Die mittlere epilimnische Algenbiomasse zeigte gegenüber dem Jahr 2001 einen deutlichen Rückgang. Vergleiche mit dem Vorjahr können aufgrund der fehlenden quantitativen Angaben zum Phytoplankton nicht gemacht werden.
Im Frühjahr dominierten im Epilimnion die Kieselalgen mit
Asterionella formosa und verschiedenen Formen der Gattung
Cyclotella. Gemeinsam stellten sie rund 40 Prozent der Biomasse. Beinahe gleich große Anteile bildeten die Panzeralgen mit rund 30 Prozent aus. Die größte Biomasse innerhalb dieser Gruppe stellten die Gattungen
Glenodinium und
Gymnodinium. Unterhalb des Epilimnions bildete die Blaualge
Planktothrix rubescens rund 60 Prozent der Biomasse.
Auch im Frühsommer zeigte das Epilimnion ein von den Panzer- und Kieselalgen beherrschtes Bild. Hauptvertreter der Kieselalgen war eine kleine Form der Gattung
Cyclotella. Die Panzeralgen wurden hauptsächlich von
Peridinium willei,
Ceratium hirundinella und
Gymnodinium sp. repräsentiert. Betrachtet man die Zusammensetzung der Phytoplanktongemeinschaft über die ganze Wassersäule, so stellen verschiedene Vertreter der Gattung
Cyclotella (Kieselalgen) rund 70 Prozent der Gesamtbiomasse.
Im Juli verloren die Kieselalgen mengenmäßig etwas an Bedeutung. Sie stellten nur mehr ca. 20 Prozent der Gesamtbiomasse. Die Panzeralgen bildeten weiterhin hohe Biomasseanteile aus (~40 Prozent). Hauptvertreter dieser Gruppe war
Ceratium hirundinella. Der Anteil der Blaualgen, nahezu ausschließlich vertreten von
Planktothrix rubescens betrug um die 25 Prozent. Zum Septembertermin präsentierte sich der Turnersee am planktonreichsten.
Lyngbya limnetica (Blaualgen) bildete die größte Biomasse aus. In 8 Meter Tiefe schichtete sich
Cryptomonas sp. (Schlundalgen) sehr eng ein und bildete Biomassen über 1000 mg/m³ aus.
Alle der fünf im Sommer 2003 bakteriologisch untersuchten Proben waren einwandfrei. Die Ergebnisse entsprachen einer „sehr guten Badequalität“.