Ossiacher See
| Trophie: |
schwach mesotroph |
| Hygiene: |
gut |
| Ökologischer Zustand: |
|
Der Ossiacher See zeigte 2003 gegenüber den vorangegangenen Jahren in chemisch-physikalischer Hinsicht kaum Veränderungen und wies weiterhin eine unverändert gute Wasserqualität auf.
Dennoch kam es im Sommer 2003 zu erheblichen Beeinträchtigungen des Badebetriebs durch aufschwimmende Algen. Es handelte sich dabei um die Blaualge
Oscillatoria princeps, die sich vor allem im östlichen Seeteil im Bereich des Bleistätter Moores am schlammigen Sediment vermehrte und unter ungünstigen Bedingungen an die Wasseroberfläche aufstieg und sich über den See verteilte. Eine Gesundheitsgefährdung geht davon nicht aus. Die Ursache für das massenhafte Auftreten dieser Algenart ist sehr komplex. Eine nachhaltige Verbesserung wird erst längerfristig nach der Sanierung des Bleistätter Moors erwartet.
Einstweilen werden die aufschwimmenden Algen mit Hilfe von Spezialbooten von der Oberfläche abgeschöpft, um so Algenansammlungen an den Badeplätzen zu vermeiden.
Rein quantitativ zeigte die mittlere Algenbiomasse gegenüber dem Vorjahr einen neuerlichen Rückgang, sodass das Westbecken des Ossiacher Sees eigentlich als oligotrophes Gewässer angesprochen werden kann. Wegen der im Ostbecken aufgetretenen Algenmengen wird der See als gesamtes jedoch dem schwach mesotrophen Typus zugeordnet.
Die Schwebealgengemeinschaft wurde zu Jahresbeginn in erster Linie von den Blau- und Kieselalgen gebildet. Erstere werden vor allem von
Aphanizomenon flos-aquae und
Planktothrix rubescens vertreten. Bei den Kieselalgen sind verschiedene Vertreter der Gattung
Cyclotella,
Synedra beroliensis,
Asterionella formosa und
Fragilaria crotonensis zu nennen. Im Frühsommer wurde das epilimnische Biomassemaximum erreicht. Die Kieselalgen machten rund 85 Prozent der gesamten Biomasse aus und wurden vorwiegend von kleinen Vertretern der Gattung
Cyclotella repräsentiert.
Im Hochsommer änderte sich an der grundsätzlichen Situation im Epilimnion kaum etwas. Die Gattung
Cyclotella stellte rund 75 Prozent der Biomasse. In der restlichen Wassersäule gewannen die Blaualgen zunehmend an Bedeutung.
Planktothrix rubescens und
Lyngbya limnetica machten rund ein Viertel der Gesamtbiomasse aus.
Auch im Herbst dominierten die Kieselalgen mit
Cyclotella sp. Erstmals erreichten auch die Panzeralgen mit
Ceratium hirundinella und die Schlundalgen mit
Cryptomonas sp. epilimnische Biomasseanteile um die 20 Prozent. In der restlichen Wassersäule waren neben den Kieselalgen wieder die Blaualgen von Bedeutung.
Zum Wintertermin dominierten die Kieselalgen, diesmal jedoch fast ausschließlich repräsentiert von
Asterionella formosa. Zweitstärkste Gruppe waren die Schlundalgen mit
Rhodomonas lacustris und
Cryptomonas sp. Die Blaualgen, vertreten vor allem von
Planktothrix rubescens, spielten im Epilimnion keine Rolle. In der restlichen Wassersäule stellten sie rund ein Zehntel der Biomasse.
2003 konnte aufgrund der hygienischen Badewasseruntersuchungen an 7 Entnahmestellen und je 5 Terminen dem Ossiacher See eine nach der EU-Badegewässer-Richtlinie „sehr gute Badequalität“ bescheinigt werden. An einem der Termine wurde eine Richtwertüberschreitung der gesamtcoliformen Bakterien festgestellt, sodass der See kurzfristig mit „guter Badequalität“ beurteilt wurde.