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Kärntner Institut für Seenforschung - Naturwissenschaftliches Forschungszentrum
Kärntner Seenbericht 2004

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Ossiacher See


Trophie: schwach mesotroph
Hygiene: gut
Ökologischer Zustand:
Ossiacher See
Der Ossiacher See zeigte 2003 gegenüber den vorangegangenen Jahren in chemisch-physikalischer Hinsicht kaum Veränderungen und wies weiterhin eine unverändert gute Wasserqualität auf.

Dennoch kam es im Sommer 2003 zu erheblichen Beeinträchtigungen des Badebetriebs durch aufschwimmende Algen. Es handelte sich dabei um die Blaualge Oscillatoria princeps, die sich vor allem im östlichen Seeteil im Bereich des Bleistätter Moores am schlammigen Sediment vermehrte und unter ungünstigen Bedingungen an die Wasseroberfläche aufstieg und sich über den See verteilte. Eine Gesundheitsgefährdung geht davon nicht aus. Die Ursache für das massenhafte Auftreten dieser Algenart ist sehr komplex. Eine nachhaltige Verbesserung wird erst längerfristig nach der Sanierung des Bleistätter Moors erwartet.

Einstweilen werden die aufschwimmenden Algen mit Hilfe von Spezialbooten von der Oberfläche abgeschöpft, um so Algenansammlungen an den Badeplätzen zu vermeiden.

Rein quantitativ zeigte die mittlere Algenbiomasse gegenüber dem Vorjahr einen neuerlichen Rückgang, sodass das Westbecken des Ossiacher Sees eigentlich als oligotrophes Gewässer angesprochen werden kann. Wegen der im Ostbecken aufgetretenen Algenmengen wird der See als gesamtes jedoch dem schwach mesotrophen Typus zugeordnet.

Die Schwebealgengemeinschaft wurde zu Jahresbeginn in erster Linie von den Blau- und Kieselalgen gebildet. Erstere werden vor allem von Aphanizomenon flos-aquae und Planktothrix rubescens vertreten. Bei den Kieselalgen sind verschiedene Vertreter der Gattung Cyclotella, Synedra beroliensis, Asterionella formosa und Fragilaria crotonensis zu nennen. Im Frühsommer wurde das epilimnische Biomassemaximum erreicht. Die Kieselalgen machten rund 85 Prozent der gesamten Biomasse aus und wurden vorwiegend von kleinen Vertretern der Gattung Cyclotella repräsentiert.

Im Hochsommer änderte sich an der grundsätzlichen Situation im Epilimnion kaum etwas. Die Gattung Cyclotella stellte rund 75 Prozent der Biomasse. In der restlichen Wassersäule gewannen die Blaualgen zunehmend an Bedeutung. Planktothrix rubescens und Lyngbya limnetica machten rund ein Viertel der Gesamtbiomasse aus.

Auch im Herbst dominierten die Kieselalgen mit Cyclotella sp. Erstmals erreichten auch die Panzeralgen mit Ceratium hirundinella und die Schlundalgen mit Cryptomonas sp. epilimnische Biomasseanteile um die 20 Prozent. In der restlichen Wassersäule waren neben den Kieselalgen wieder die Blaualgen von Bedeutung.
 
Zum Wintertermin dominierten die Kieselalgen, diesmal jedoch fast ausschließlich repräsentiert von Asterionella formosa. Zweitstärkste Gruppe waren die Schlundalgen mit Rhodomonas lacustris und Cryptomonas sp. Die Blaualgen, vertreten vor allem von Planktothrix rubescens, spielten im Epilimnion keine Rolle. In der restlichen Wassersäule stellten sie rund ein Zehntel der Biomasse.

2003 konnte aufgrund der hygienischen Badewasseruntersuchungen an 7 Entnahmestellen und je 5 Terminen dem Ossiacher See eine nach der EU-Badegewässer-Richtlinie „sehr gute Badequalität“ bescheinigt werden. An einem der Termine wurde eine Richtwertüberschreitung der gesamtcoliformen Bakterien festgestellt, sodass der See kurzfristig mit „guter Badequalität“ beurteilt wurde.
 

Ossiacher See

2001

2002

2003

Parameter Tiefe n Mittel Min Max n Mittel Min Max n Mittel Min Max
Sichttiefe (m) 6 4,6 2,0 8,2 5 4,3 2,1 5,8
Temperatur (°C) 0 m 6 6,4 24,0 5 5,0 24,1
pH-Wert 1 m 6 8,3 7,9 8,8 5 8,3 7,7 8,7
Leitfähigkeit (µS/cm) 1 m 6 238 209 255 5 232 213 242
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m 6 9 < 5 14 5 9 < 5 11
Gesamt-Phosphor (µg/l) 45 m 6 9 < 5 14 5 10 < 5 14
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew. 0 - 45 m 6 9 5 12 5 9 5 13
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m 6 < 2 < 2 < 2 5 < 2 < 2 < 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l) 0 - 6 m 6 201 < 11 422 5 253 50 429
Ammonium-Stickstoff (µg/l) 45 m 6 17 < 4 65 5 12 6 24
Sauerstoff (mg/l) 45 m 6   0,2 11,4 5   1,6 9,1
Phytoplankton (mg/m³) 0 - 6 m 6 1195 232 2475 5 826 437 1208
Phytoplankton (mg/m³) gew. 0 - 30 m 6 783 188 1359 5 671 466 798


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