Hörzendorfer See
| Trophie: |
schwach eutroph |
| Hygiene: |
gut |
| Ökologischer Zustand: |
|
Die limnologischen Untersuchungen im Jahr 2002 ergaben eine unveränderte Wasserqualität des Hörzendorfer Sees. Die Lichtdurchlässigkeit war mit einer mittleren Sichttiefe von 1,4 m etwas kleiner als im Vorjahr (1,9). Am stärksten getrübt war das Seewasser im September (1,1 m) zur Zeit hoher Chlorophyll-a-Werte. Das Maximum wurde im November während geringerer Chlorophyll-a-Konzentrationen mit einem Wert von 1,8 m gemessen. An allen Terminen lag die Sichttiefe unter dem Richtwert (2,0 m) der EU-Badegewässer- Richtlinie (76/160/EWG).
Die mittlere Gesamtphosphor-Konzentration als Maß für das Nährstoffangebot betrug 15 μg/l, nur im März lag der Wert unter der Bestimmungsgrenze von 5 μg/l. Erhöhte Nitrat-Stickstoff-Konzentrationen wiesen auf einen Eintrag aus dem landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet hin. Die Phosphor- und Chlorophyll-a-Konzentrationen ließen die Einstufung zum schwach eutrophen mit Tendenz zum mesotrophen Gewässertyp zu.
Durch die Ableitung des Tiefenwassers und die geringe Tiefe des Sees war eine Sauerstoffversorgung bis zum Grund gegeben.
Der Parameter Chlorophyll-a wird für die Höhe der Phytoplanktonproduktion herangezogen. Die Werte lagen mit Ausnahme des Septembertermins (19,5 μg/l) mäßig hoch und bewegten sich um 7,5 μg/l. Im Frühjahr bauten Kiesel- und Goldalgen zusammen 71 % der Algenbiomasse auf. häufiger Vertreter der Goldalgen war
Dinobryon divergens, deren Gehäuse zu astförmig verzweigten Kolonien angeordnet sind. Im 10 μm-Netzzug wurden die Kieselalgen
Fragilaria acus und
Melosira sp. gefunden. Im Juni wurde das mikroskopische Bild zu 60 % von Grünalgen geprägt. Mit mittlerer Häufigkeit war die Zieralge Staurastrum sp. vorhanden. Im Spätsommer, zum Zeitpunkt der höchsten Chlorophyll-a-Konzentration, bauten Kieselalgen 62 % der Phytoplanktonbiomasse auf. Beim Blick durchs Mikroskop fielen die „Fäden“ von
Aulacoseira granulata auf, die aus trommelförmigen, aneinander gereihten Einzelzellen bestehen. Mit mittlerer Häufigkeit wurden die „Nadeln“ von
Fragilaria acus gefunden. Insgesamt war die Planktongesellschaft sehr artenreich. 29 Arten wurden im 10 μm-Netzzug gezählt. Im November waren Kieselalgen zusammen mit Goldalgen dominant. Zu den genannten Kieselalgenarten kam die sternförmige
Asterionella formosa hinzu. Mit mittlerer Häufigkeit trat die Goldalge Mallomonas tonsurata auf, deren eiförmige Zellen eine Außenhülle aus Schuppen bilden.
Von 5 entnommenen Proben waren 4 aus hygienischer Sicht einwandfrei. 1 Probe zeigte Richtwertüberschreitungen bezüglich gesamtcoliforme Bakterien und fäkalcoliforme Bakterien und wurde mit „gute Badequalität“ bewertet.