Turnersee
Die windgeschützte Lage des Turnersees lässt seine Oberflächentemperatur im Sommer bis zu 25° C ansteigen. Die sehr gute Badewasserqualität lockt unzählige Gäste an die vielen Badeplätze und -stege. Die Schilf- und Unterwasserpflanzengürtel am Ufer vermitteln trotz der starken Badenutzung einen naturbelassenen Eindruck.
Nacheiszeitlicher See. Der Turner See hat eine Fläche von 44,15 ha und ist 13 m tief. Er liegt südlich des Klopeiner Sees in der Gemeinde St. Kanzian auf der sogenannten Rückersdorfer Platte in einer Seehöhe von 481 m. Der ursprüngliche Name des Turnersees ist Sablatnigsee. Die Bezeichnung Turnersee setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch, nachdem der Österreichische Turnerbund ein Jugendlager errichtet hatte, welches als Turnerseelager bezeichnet wurde. Der Turnersee ist der Rest eines großen, nacheiszeitlichen Sees, der neben dem heutigen Turnersee auch die Sablatnig-Wiesen umfasste und ehemals eine Fläche von etwa 9 km² eingenommen haben dürfte. Während die Sablatnig-Wiesen bis auf einen kleinen Rest, dem Sablatnig-Teich, verlandet sind, ist der Turnersee als freie Wasserfläche erhalten geblieben.
Seltene Vogelarten. Die nach Osten anschließende Verlandungsfläche geht in ein Flachmoor mit verschiedenen Seggenarten über. In den Kalkflachmooren finden sich Mehlprimel, Moorweide, Fieberklee und Sumpf-Stendelwurz. Dieses Gebiet ist das einzige natürliche Brutbiotop der Kiebitze in Kärnten, auch Schwarzkehlchen und Schafstelze kommen auf den Sumpfflächen vor. Die Nassflächen im Bereich des Sees sind wichtige Rastplätze für Sumpfvögel während des Vogelzuges und man findet in diesem Gebiet noch recht häufig See- und Teichrosen. Der See ist das Kernstück des 240 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebietes (LGBl. Nr. 53/1970).
Baden und Sport. An sieben Badestellen rund um den See kann in den Sommermonaten gebadet werden. Betrieben werden diese unter anderem von zwei verschiedenen Campingplätzen und einigen Pensionen. Neben dem Schwimmen in einem der reinsten Seen Kärntens, lockt die Umgebung auch mit anderen Sportarten wie Surfen und Segeln, Tennis oder Golfen und auch Reiten. Der künstlerisch gestaltete 18-Loch-Golfpark bietet die längste Spieldauer Österreichs und einen herrlichen Blick auf den Hochobir und die Petzen.
Inmitten der Kärntner Bergwelt ist der Turnersee ein beliebter Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen und Bergtouren. Über 170 Kilometer an hervorragend gepflegten und markierten Wanderwegen durch faszinierende Naturlandschaften befinden sich in der Umgebung.
Bis zu 1.000 unterschiedliche Vogelarten können im Vogelpark Turnersee bewundert werden. Mit dieser großen Anzahl stellt der Vogelpark Turnersee das größte Zuchtgehege Österreichs dar. Im dazugehörigen Streichelzoo können Zwergziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ponys und Alpakas ganz aus der Nähe betrachtet, gestreichelt und gefüttert werden.
In der Walderlebniswelt Klopeiner See können die Besucher auf rund 20.000 m² einen Baumwipfelpfad erklimmen. Ein begehbarer Fuchsbau, ein Kletterwald sowie ein Hecken- und Baumlabyrinth begeistern Groß und Klein.
Nightlife. St. Kanzian am Klopeiner See ist weitaus bekannt für das tolle Nachtleben in den Sommermonaten.
Kultur- und Lehrpfade Klopeiner See
| Turnersee - Geographische Daten |
| Geographische Länge |
14,57613125 |
| Geographische Breite |
46,58540725 |
| Seehöhe [m ü. A.] |
481 |
| Turnersee - Morphometrische Daten |
| Fläche [km²] |
0,441559 |
| Max. Tiefe [m] |
13 |
| Mittlere Tiefe [m] |
7,5 |
| Volumen [m³] |
3.308.833 |
| Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre] |
1,2 |
| Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s] |
85 |
| Einzugsgebiet [km²] |
7,98 |
Aus dem Turnersee sind folgende 10 Fischarten bekannt:
Hecht (Esox lucius)
Barsch (Perca fluviatilis) Blau Barsch
Wels (Silurus glanis) Waller
Aitel (Leuciscus cephalus)
Brachse (Abramis brama)
Güster (Abramis björkna)
Karpfen (Cyprinus carpio)
Rotauge (Rutilus rutilus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Schleie (Tinca tinca)
Vielfältiger Fischbestand. Im See werden immer wieder Karpfen mit Gewichten zwischen 12 und 15 kg gefangen. Der Karpfen im Turnersee wird nachbesetzt, diese Fischart pflanzt sich jedoch auch natürlich fort. Auch die Welse werden sehr groß, mit Längen bis zu 1,40 m. Sie reproduzieren sich selbst. Ebenso kann der Hechtbestand als gut bezeichnet werden. Im Turnersee gibt es im Vergleich zu anderen Seen mit ähnlichem Charakter keine Lauben und auch keine Zander. Außerdem fand kein Besatz mit Aalen und Amurkarpfen statt.
Auf der geschützten Moorseite finden Sport- und Hobbyfischer ein ruhiges Plätzchen zum Fischen.
Edelkrebse am Turnersee. Der Turnersee beherbergt einen Edelkrebsbestand (
Astacus astacus).
Bewertung des ökologischen Zustandes. Der Seenkataster ist eine Zusammenstellung der Hintergrunddaten von stehenden Gewässern als Basis für die Bewertung des ökologischen Zustandes in Hinblick auf die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL - Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik). Sämtliche Grundlagendaten werden in einer Datenbank erfasst. Mit Hilfe der Software ArcView GIS, Version 3.2, erfolgte die Auswertung der geografischen Informationen.
40 verschiedene Vegetationsformen im Einzugsgebiet. Die Angaben zur Vegetation stammen von HARTL, STERN & SEGER (2001): "Die Karte der aktuellen Vegetation von Kärnten". Die daraus erhaltenen georeferenzierten Daten wurden mit den Einzugsgebieten verschnitten und in die Datenbank übertragen. Insgesamt wird zwischen 40 verschiedenen Vegetationsformen unterschieden.
Für eine bessere Überschaubarkeit der Ergebnisse sind diese Vegetationsformen in der folgende Grafik in die Großgruppen Intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wirtschaftsgrünland, Wald, Oberflächengewässer, Verbaute Flächen, Alpen und Sonstiges zusammengefasst worden.
34 Nutzungsarten des Einzugsgebiets. Die Einzugsgebiete wurden georeferenziert und mit der Digitalen Katastermappe (DKM), Stand 2003, verschnitten. Die dabei erhaltenen Daten wurden in eine Datenbank übertragen und liefern nun, je nach Fragestellung, Informationen über die flächenmäßige Verteilung der unterschiedlichen Nutzungsarten.
Insgesamt wird zwischen 34 Nutzungsarten unterschieden. Auch diese wurden wieder den Großgruppen zugeteilt, die schon für die Vegetationsformen angewendet wurden.