Im Rosental, zwischen den Ortschaften Feistritz und Ferlach, liegt der St. Johanner Badesee (Weizelsdorfer Badesee). Geologisch ist dieser Bereich durch spät- bis nacheiszeitliche Ablagerungen geprägt. Großflächig werden die Sedimente von Terrassenschottern überdeckt, die von den Karawanken kommenden Bächen ins Tal geschwemmt wurden.
Rasche Wassererneuerungszeit. Der Grundwasserkörper befindet sich im Allgemeinen zwischen 7 und mehr als 40 m Tiefe. Die Grundwassererneuerung ist in Folge des Vorherrschens von leicht wasserdurchlässigen Boden-, Schotter- und Sandablagerungen sehr groß (HANSELY & ANDERLE 1973). Der See entstand durch Schotterentnahme im Grundwasserbereich. Die Schotterentnahmen wurden im Jahre 1980 begonnen und 1991 beendet. Der See besitzt keinen oberirdischen Zu- und Abfluss, sondern wird ausschließlich von Grundwasser gespeist.
Das Einzugsgebiet des Sees wird landwirtschaftlich genutzt, 67 % entfallen auf Grünland und 33 % auf Ackerland. Die steilen Uferböschungen wurden weitgehend einer natürlichen Sukzession überlassen. Das Ostufer wurde mit standortgerechten Erlen besetzt. Die nicht standortgemäße Bepflanzung des Südufers mit Lärchen und Fichten führte zu starken Trockenschäden an den Gehölzen. Die steilen Unterwasserböschungen des Grundwassersees ermöglichen nur in einem schmalen Ufergürtel die Entwicklung von Schwimmblatt- und Röhrichtgesellschaften.
Intensive Badenutzung. Der St. Johanner Badesee zeichnet sich durch intensive Freizeitnutzung aus. Am flachen Südwestufer des Gewässers liegt die Badeanstalt der Gemeinde Feistritz, sie wurde 1989 eröffnet.
Grundwasserstudie. Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie sowie des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft wurde in den Jahren 1990 bis 1992 eine umfassende Grundwasserstudie "Baggerseen und deren Wechselbeziehungen zum Grundwasser" durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden die hydrologischen Besonderheiten, der Chemismus und die Biologie des St. Johanner Badesees und seines umgebenden Grundwasserfeldes untersucht.
Im St. Johanner Badesee kommen folgende 14 Fischarten vor (SCHULZ et al., 1994):
Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris)
Aitel (Leuciscus cephalus)
Karpfen (Cyprinus carpio)
Laube (Alburnus alburnus) Steinfischerl
Rotauge (Rutilus rutilus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Schleie (Tinca tinca)
Zander (Sander lucioperca)
Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)
Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)
Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
Elritze (Phoxinus phoxinus) Pfrille
Gründling (Gobio gobio)
Giebel (Carassius auratus gibelio)
Fischbestand. Vor allem der Bestand an Sonnenbarschen ist sehr hoch. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass das Naturaufkommen des Karpfens stark zurückgegangen ist. Seeforelle, Regenbogenforelle und Bachsaibling werden zu angelfischereilichen Zwecken besetzt, ein Naturaufkommen ist nicht sehr wahrscheinlich.
Aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes des St. Johanner Badesees sind Wachstum und Kondition der Fische relativ gering. Bei den Lauben konnte ein zum Teil starker Befall mit dem Riemenwurm
Ligula intestinalis festgestellt werden. Dieser 20 cm und länger werdende Parasit gelangt über Wasservögel und Kleinkrebse in die Leibeshöhle der Fische und kann die Ausbildung der Geschlechtsprodukte verhindern (parasitive Kastration).
Die sportfischereiliche Nutzung des St. Johanner Badesees unterliegt dem Fischereiverein "Seeforelle", der sich auch für die Pflege des Gewässers und die Bepflanzung der Uferböschungen und Ufersäume einsetzt.
Dichter Edelkrebsbestand. Der St. Johanner Badesee beherbergt bereichsweise einen dichten Edelkrebsbestand (
Astacus astacus).