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Kärntner Institut für Seenforschung - Naturwissenschaftliches Forschungszentrum
Kärntner Institut für Seenforschung
Naturwissenschaftliches Forschungszentrum

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Inhalt:

Ossiacher See



 
Ossiacher See; Foto: Lorber
Allgemeine Beschreibung
Tourismus
Morphometrische Daten
Fischbestand
Krebsvorkommen
Schifffahrt- und Badenutzung
Sanierungsmaßnahmen
Einzugsgebiet
Vegetation
Nutzung

Tiefenkarte

Limnologische Langzeitentwicklung

Ossiacher See - Bleistätter Moor

Aktuelle Pegelstände und Wassertemperaturen
Statistik der Seewasserstände

zum Seenbericht 2012
zum Seenbericht 2011
zum Seenbericht 2010
zum Seenbericht 2009
zum Seenbericht 2008
zum Seenbericht 2007
zum Seenbericht 2006
zum Seenbericht 2005
zum Seenbericht 2004
zum Seenbericht 2003

 


Allgemeine Beschreibung


Der drittgrößte See Kärntens mit 10,79 km² ist der Ossiacher See. Er ist seit jeher ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die natürliche Umgebung und die angenehm hohen Wassertemperaturen, bis 27 °C ziehen im Sommer Badefreunde an seine Ufer. 6 Strandbäder laden zum Verweilen ein.

Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen. Der Name Ossiach leitet sich aus dem slawischen Wort osoje ab, was soviel wie Schattenseite bedeutet. Der Ossiacher See befindet sich zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Das Seebecken liegt eingesenkt in altkristalline Gesteinsmassen, die zum Teil von glazialem Schotter bedeckt sind. 2 Becken, die durch eine Schwelle in 10 m Tiefe voneinander getrennt sind, prägen den See. Das östliche, kleinere Becken (3,9 km²) hat eine Tiefe von 11 m, das westliche, große Becken (6,9 km²) ist mehr als 52 m tief. Da große Bereiche des Sees flach sind, ist seine mittlere Tiefe mit 19,6 m im Vergleich zu seiner Fläche relativ gering.

Sanierungsprojekt Bleistätter Moor. Der Hauptzufluss Tiebel mit 1.750 l/s und einige kleinere Bäche aus dem Gebiet der Gerlitzen speisen den See. Die Zuflüsse aus dem Süden sind nur unbedeutend. Im Osten des Sees liegt das von der Tiebel durchflossene Bleistätter Moor mit einer Fläche von etwa 6 km². In den 1930er Jahren wurde das Moor durch Drainagen und Poldergräben entwässert und wird seither landwirtschaftlich intensiv genutzt. Pumpstationen fördern die nährstoffreichen Drainwässer in die Tiebel und in weiterer Folge in den Ossiacher See. Im Rahmen des Renaturierungsprojektes Bleistätter Moor sollen Teile des Poldergebietes restrukturiert und geflutet werden. Ziel ist die Reduktion des Schwebstoff- und Nährstoffeintrages in den Ossiacher See.
Der Abfluss, der Ossiacher Seebach, liegt im Jahresmittel zwischen 2.610 l/s (1986) und 5.890 l/s (1965). Der langjährige Jahresmittelwert beträgt 3.320 l/s.

Badewasserqualität – limnologisch einwandfrei. In limnologischer Hinsicht ist der Ossiacher See dem schwach mesotrophen, mäßig mit Nährstoffen belasteten Seetyp mit einwandfreier Badewasserqualität zuzuordnen. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grund durchmischt. In den Sommermonaten erwärmt sich das Oberflächenwasser auf mehr als 24 °C. Der Wasserkörper ist von Mai bis November streng geschichtet. Die Oberflächenschicht, das Epilimnion, reicht bis rund 6 m Tiefe, darunter wird es im Sommer rasch kälter, so dass bis in ca. 15 m Tiefe eine Wassertemperatur von 4 bis 5 °C erreicht ist. Die Eisbedeckung dauert nur wenige Wochen, in milden Wintern bildet der Ossiacher See keine Winterdecke aus. Die limnologische Entwicklung des Ossiacher Sees wird schon seit 1931 beobachtet.

Naturbelassene See- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt. Sieben Schutzgebiete nehmen eine Fläche von rund 370 Hektar ein.
NSG Tiebelmündung: 30,5 ha, LGBl. Nr. 30/1959, 19/1960, 16/1968
NSG Jammernspitz: 5,1 ha, LGBl. Nr. 31/1959, 19/1960
NSG Meerspitz: 8 ha, LGBl. Nr. 65/1957
NSG Ossiacher See - Westbucht: 8 ha, LGBl. Nr. 15/1964
LSG Ossiacher See - Ost: 284 ha, LGBl. Nr. 26/1970
LSG Ossiacher See - Westbucht: 20 ha, LGBl. Nr. 37/1970
LSG Bodensdorf: 10 ha, LGBl. Nr. 25/1970

Tourismus


Ein beliebtes Urlaubsziel. Der Ossiacher See, wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von „Sommerfrischlern“ besucht. Heute bieten die vielen Hotels und Gastronomiebetriebe in den angrenzenden Ortschaften den Gästen zahlreiche Erholungsmöglichkeiten und Aktivitäten an. Bekannt ist das Stift Ossiach am Südufer, nicht nur wegen des 1024 gegründeten, späteren Benediktiner Klosters, sondern vor allem wegen der hier stattfindenden Veranstaltungen im Rahmen des Carinthischen Sommers.
Im Umland des Ossiacher Sees hat sich ein reger Fremdenverkehr entwickelt. Die Zahl der Nächtigungen ist von ca. 100.000 zu Beginn der 50er Jahre auf etwa 2 Millionen angestiegen. Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach sind die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See, die größte Stadt im Einzugsgebiet ist Feldkirchen mit etwa 7.800 Einwohnern.

Mit dem Fahrrad um den See. Sie können den Ossiacher See mit Fahrrad umrunden. Die Tour führt durch das am Westende des Sees gelegene Laichschongebiet am Ossiacher Seebach (Seeabfluss des Ossiacher Sees). Ein 6,6 ha großes Feuchtgebiet, das durch seine reiche Strukturierung Fischen, Pflanzen, Wasser- und Singvögel Schutz und Nahrung bietet.
Nahe der Stadt Feldkirchen, östlich des Sees, befindet sich ein kleiner Fughafen (ICAO-Kennung: LOKF; Tel.: +43 (0) 4276 2707) für Segelflieger. Am Ossiacher See verkehren von Anfang Mai bis Ende Oktober zwei Linienschiffe, die 9 Anlegestellen anfahren. 

Stift Ossiach  
Burg Landskron Adler-Arena
Affenberg
Kanzelbahn auf die Gerllitzen
Badestellen

Morphometrische Daten

Ossiacher See - Geographische Daten
Geographische Länge 13,92918118
Geographische Breite 46,66114381
Seehöhe [m ü. A.] 501
Ossiacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²] 10,787499
Max. Tiefe [m] 52,6
Mittlere Tiefe [m] 19,6
Volumen [m³] 206.283.798
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre] 1,8
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s] 3550
Einzugsgebiet [km²] 162,91

Fischbestand


Nach einer in den Jahren 1994 bis einschließlich 1997 durchgeführten fischereilichen Untersuchung (FARKAS & OLSACHER, 1998) wurden im Ossiacher See folgende 21 Fischarten nachgewiesen:

Hecht (Esox lucius)
Aal (Anguilla anguilla)
Reinanke (Coregonus lavaretus) Maräne
Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris)
Wels (Silurus glanis) Waller
Aitel (Leuciscus cephalus)
Brachse (Abramis brama)
Güster (Abramis björkna)
Karpfen (Cyprinus carpio)
Laube (Alburnus alburnus) Steinfischerl
Rotauge (Rutilus rutilus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Schleie (Tinca tinca)
Zander (Sander lucioperca)
Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)
Zährte (Vimba vimba)
Karausche (Carassius carassius)
Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
Aalrutte (Lota lota)
Barbe (Barbus barbus)


Rückgang des Fischartenreichtums. Von den von Findenegg angeführten Fischarten konnte kein Nachweis mehr erbracht werden. Entweder ist ihr Bestand nur mehr sehr gering oder bereits nicht mehr vorhanden. Der Rückgang des Bitterling-Bestandes dürfte Hand in Hand mit dem Rückgang der Großmuscheln stattgefunden haben. Der ursprünglich sehr gute Welsbestand im Ossiacher See ist vermutlich infolge von Eutrophierungserscheinungen stark dezimiert worden. Früher wurden auffallend große Exemplare von Welsen gefangen, etwa im Jahre 1946 ein Waller mit 65 kg und einer Länge von 230 cm. FINDENEGG (1934) gibt das Vorkommen des Nerflings für den See an. Dabei beruft er sich auf Angaben des Biologen Haempel. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Aitel. **Der Hauptfisch im Ossiacher See ist die Brachse, die ca. 30% des Gesamtbestandes ausmacht. Bei einer während der Laichzeit dieser Fischart durchgeführten Elektrobefischung konnten an einem Tag rund 10 t gefangen werden. Der Rotaugenbestand im Ossiacher See scheint überaltert zu sein, es werden überwiegend große Exemplare gesichtet, der Bestand an jungen Rotaugen ist gering. Auch die Fangzahlen von Hechten sind stark rückgängig, dies kann auf den starken Rückgang des Makrophytenbestandes zurückzuführen sein. Dem Hecht fehlen dadurch geeignete Laichbedingungen und Futterfische, die sich in diesen Bereichen aufhalten. *Nachdem ein Besatz mit Coregonen im 19. Jahrhundert keinen Erfolg brachte, wurden sie im Ossiacher See im Jahre 1982 erneut eingesetzt. Nach einiger Zeit hat sich eine eigene Population entwickelt. *Die Reinanke nimmt mit 10% des Fischbestandes die dritte Stelle nach Brachse und Rotauge ein. Der Bestand an Forellenartigen (Regenbogenforelle, Seeforelle) ist aufgrund der relativ hohen Sommertemperatur und dem Fehlen geeigneter Laichplätze äußerst gering. **Für den Angelsport werden jährlich Karpfen besetzt, es findet keine natürliche Vermehrung statt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Die Lauben bildeten vor allem früher einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung für Welse. Hartmann (1898) berichtet, dass die Lauben zur Laichzeit in Massen gefangen wurden und als Zutat zu Kartoffeln, Sterz oder Polenta im Winter verzehrt wurden. Eine Ursache für den Rückgang des Laubenbestandes dürfte der hohe Bestand der eingeschleppten Wandermuschel (Dreissena polymorpha) sein, die dazu führt, daß die Lauben ihre angestammten Laichplätze meiden (FARKAS & OLSACHER, 1998). Die jährlichen Erträge am Ossiacher See liegen trotzdem noch bei ca. 20 kg/ha. **Flachwasserbiotop als Laichgebiet. Anfang 2000 wurde beim Abfluss des Sees ein ca. 5 ha großes Flachwasserbiotop errichtet. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass das Biotop vor allem als Laichgebiet und Lebensraum für Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Lauben, Hechte und Welse dient. Bereits nach Flutung wurden im Frühjahr massenhaft Lauben sowie Hechte im Biotop gesichtet. Der Flachwasserbereich wirkt sich positiv auf den gesamten Fischbestand des Ossiacher Sees aus. **Angelfischerei. Der Ossiacher See ist in über 30 Fischereiparzellen aufgeteilt.

Fischkarte


Fischereiverein Äsche Tel.: +43 (0) 4242 56368-22 *Falle Fischertreff Tel.: +43 (0) 4242 32540-44 *Kärntner Jagdstuben Tel.: +43 (0) 4242 28826*Kärntner Fischereivereinigung Web: www.kaernten-fischerei.at

Krebsvorkommen


Von Sporttauchern wurden in den letzten Jahren wiederholt Edelkrebse (Astacus astacus) im See beobachtet. Diese sind vermutlich über kleine Zuflüsse aus den Teichen der Ossiacher Tauern, wo sie häufig vorkommen, eingewandert. In den letzten Jahren konnten auch vereinzelt Edelkrebse am oberen Ende des Seebaches, dem Abfluss des Ossiacher Sees, beobachtet werden. Der Ossiacher See ist jenes Gewässer in dem 1880 erstmals nachweislich die Krebspest in Kärnten aufgetreten ist (HAWLITSCHEK, 1892). Bis zum Auftreten der Krebspest zu Ende des vorigen Jahrhunderts, waren nahezu alle Seen Kärntens von einem dichten Edelkrebsbestand besiedelt. Die Krebspest, eine durch einen Schlauchpilz (Aphanomyces astaci) verursachte Seuche, ist in Kärnten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren Wellen aufgetreten und hat einen Schaden ungeheuren Ausmaßes angerichtet. Durch das wiederkehrende Auftreten der Krebspest aber auch durch den Besatz von Aalen, eine ursprünglich in unseren Gewässern nicht heimische Fischart, konnten sich in den meisten größeren Kärntner Seen keine dichten Flusskrebsbestände mehr entwickeln.

Sanierungsmaßnahmen


Karte Ossiacher See Sanierungsmaßnahmen
Legende Ossiacher See Sanierungsmaßnahmen

Einzugsgebiet


Bewertung des ökologischen Zustandes. Der Seenkataster ist eine Zusammenstellung der Hintergrunddaten von stehenden Gewässern als Basis für die Bewertung des ökologischen Zustandes in Hinblick auf die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL - Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik). Sämtliche Grundlagendaten werden in einer Datenbank erfasst. Mit Hilfe der Software ArcView GIS, Version 3.2, erfolgte die Auswertung der geograpischen Informationen.
Karte Ossiacher See Teileinzugsgebiete
Maßstableiste Ossiacher See Teileinzugsgebiete
Karte Ossiacher See Zuflüsse
Karte Ossiacher See Höhenlinien
Karte Ossiacher See Boden
Legende Ossiacher See Boden

Vegetation


40 verschiedene Vegetationsformen. Die Angaben zur Vegetation stammen von HARTL, STERN & SEGER (2001): "Die Karte der aktuellen Vegetation von Kärnten". Die daraus erhaltenen georeferenzierten Daten wurden mit den Einzugsgebieten verschnitten und in die Datenbank übertragen. Insgesamt wird zwischen 40 verschiedenen Vegetationsformen unterschieden. *Für eine bessere Überschaubarkeit der Ergebnisse sind diese Vegetationsformen in der folgenden Tabelle in die Großgruppen Intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wirtschaftsgrünland, Wald, Oberflächengewässer, Verbaute Flächen, Alpen und Sonstiges zusammengefasst.
Karte Ossiacher See Vegetation
Legende Ossiacher See Vegetation
Karte Ossiacher See Vegetation uh 800 m
Legende Ossiacher See Vegetation uh 800 m
Karte Ossiacher See Vegetation Landwirtschaft
Legende Ossiacher See Vegetation Landwirtschaft

Nutzung


Karte Ossiacher See Vegetation Landwirtschaft uh 800 m

Nutzung


34 Nutzungsarten des Einzugsgebiets. Die Einzugsgebiete wurden georeferenziert und mit der Digitalen Katastermappe (DKM), Stand 2003, verschnitten. Die dabei erhaltenen Daten wurden in eine Datenbank übertragen und liefern nun, je nach Fragestellung, Informationen über die flächenmäßige Verteilung der unterschiedlichen Nutzungsarten. *Insgesamt wird zwischen 34 Nutzungsarten unterschieden. Auch diese wurden wieder den Großgruppen zugeteilt, die schon für die Vegetationsformen angewendet wurden.
Karte Ossiacher See Nutzung
Legende Ossiacher See Nutzung
Karte Ossiafher See Nutzung uh 800 m
Legende Ossiachersee Nutzung uh 800 m
Karte Ossiacher See Nutzung Landwirtschaft
Karte Ossiacher See Nutzung Landwirtschaft uh 800 m
 

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