Sieben Flusskrebsarten wurden bisher in Kärnten nachgewiesen. Wobei Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs bereits nach dem Ende der letzten Eiszeit selbständig aus den wärmeren Rückzugsgebieten eingewandert sind. Sumpfkrebs, Signalkrebs und Kamberkrebs wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert durch Besatzmaßnahmen eingeführt und gelten als nicht heimisch. Als letzte neu dokumentierte Art ist der Rote Amerikanische Sumpfkrebs zu nennen, welcher 2005 erstmals im Warmbach bei Villach nachgewiesen wurde.
Gefährdete Arten. Die heimischen Flusskrebse zählen zu den am stärksten gefährdeten Tierarten Kärntens. Vor mehr als 120 Jahren waren sie in den Gewässern Kärntens noch allgegenwärtig. Durch die Krebspest sowie Gewässerverbauungen, -regulierungen und -verschmutzungen hat sich die Bestandssituation gravierend verschlechtert. Die größte Gefahr für die heimischen Krebsbestände besteht heute durch die Infektion mit dem Krebspesterreger, dem Schlauchpilz
Aphanomyces astaci welcher erstmalig 1860 in der Lombardei aufgetreten ist. Von dort hat sich die Krebspest in wenigen Jahrzehnten über ganz Mitteleuropa ausgebreitet.
Vor allem infizierte nordamerikanische Krebsarten (Signal- und Kamberkrebs) können verheerende Auswirkungen auf den Bestand der übrigen Krebsarten haben, da Signal- und Kamberkrebs selbst nicht an der Krebspest erkranken, jedoch ständig den Krankheitserreger abgeben.
Aus PETUTSCHNIG, J.: Flusskrebse: 168-185. In: HONSIG-ERLENBURG, W. & W. PETUTSCHNIG (2002): Fische Neunaugen Flusskrebse Großmuscheln. - Sonderreihe des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten: 1-256, Klagenfurt.
Publikation erhältlich beim
Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten.