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Kärntner Institut für Seenforschung - Naturwissenschaftliches Forschungszentrum
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Hörzendorfer See


Hörzendorfer See; Foto: Oberauer
Allgemeine Beschreibung
Geographische - morphometrische Daten
Fischbestand
Krebsvorkommen

zum Seenbericht 2009
zum Seenbericht 2008

Allgemeine Beschreibung


Der Hörzendorfer See liegt in einem Hügelland, das sich vom Zollfeld nach Westen erstreckt und von den Ausläufern des Ulrichsberges gebildet wird. Der Felsuntergrund besteht im wesentlichen aus vulkanischen Gesteinen der Magdalensbergserie, über denen Quarzsandstein und Quarzkonglomerate (Grödener Sandstein) liegen. Das Gebiet ist glazial überformt und mit mächtigen Moränenablagerungen überzogen. Während des Gletscherrückzuges wurde das Becken des Hörzendorfer Sees von einem Toteiskörper ausgefüllt. Das Seebecken wurde im Osten mit einem Damm abgedichtet und der See aufgestaut. Das Gewässer diente einst als ablaßbarer Fischteich vorwiegend der Fischzucht; heute ist es aufgrund der hohen Wassertemperaturen im Sommer ein beliebter Badesee. Im Winter wird die Eisfläche von zahlreichen Sportlern aufgesucht. Infolge starker Eutrophierungserscheinungen wurde 1982 eine Tiefenwasserableitung installiert, über die nährstoffreiches, sauerstoffarmes Tiefenwasser in den Abfluß fließt.

Der Zufluß mündet im Westen in den See. Der Abfluß verläßt den See im Osten über einen Mönch. Am Südufer des Sees ist eine natürliche Ufervegetation - aus Schilf, Teichbinse, Rohrkolben und verschiedenen Großseggenarten bestehend - weitgehend erhalten. Der ausgedehnte Schilfgürtel gehört zu den Brutplätzen der Zwergrohrdommeln, Zwergtaucher, Bläßhühner und Stockenten. Zudem zieht das reiche Nahrungsangebot an Fischen und Kleintieren eine Reihe von Zugvögeln an. Größere Schilfbestände finden sich auch im Bereich des Zuflusses.

An das Nordufer des Sees schließt eine große Liegewiese an, die in den Sommermonaten von zahlreichen Badegästen aufgesucht wird. Die im Osten des Sees vorbeiführende Straße wird nur durch einen schmalen Schilfgürtel vom Seeufer getrennt. In der weiteren Umgebung des Sees liegen sowohl ausgedehnte landwirtschaftliche Nutzflächen, auf denen hauptsächlich Mais angebaut wird, als auch einige mehr oder weniger große Waldparzellen (meist Fichten- oder Föhrenmonokulturen).

Durch menschliche Eingriffe wurde ein Großteil der ursprünglichen Vegetation in der Umgebung des Hörzendorfer Sees vernichtet und eine vielgestaltige Kulturlandschaft geschaffen. Das Gebiet wurde 1970 zum Landschaftsschutzgebiet Hörzendorfer See-Tanzenberg (LGBl. Nr. 36/1970) erklärt. Es weist eine Fläche von 444 ha auf.

Geographische und morphometrische Daten

Hörzendorfer See - Geographische Daten
Geographische Länge 14,34089689
Geographische Breite 46,72378474
Seehöhe [m ü. A.] 517
Hörzendorfer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²] 0,0636
Max. Tiefe [m] 5
Mittlere Tiefe [m]
Volumen [m³]
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]
Einzugsgebiet [km²] 5,89

Fischbestand


Im Hörzendorfer See leben folgende 15 Fischarten:

Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris)
Hecht (Esox lucius)
Wels (Silurus glanis)
Aitel (Leuciscus cephalus)
Brachse (Abramis brama)
Karausche (Carassius carassius)
Karpfen (Cyprinus carpio)
Laube (Alburnus alburnus)
Rotauge (Rutilus rutilus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Schleie (Tinca tinca)
Barsch (Perca fluviatilis)
Zander (Sander lucioperca)
Forellenbarsch (Micropterus salmoides)
Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)

Früher wurde der Hörzendorfer See als ablaßbarer Karpfenteich bewirtschaftet. Heute wird der See vom Besitzer angelfischereilich genutzt. Aufgrund von undichten Stellen mußte der Hörzendorfer See im Herbst 1991 zur Sanierung des Auslaufes abgesenkt werden.Zu diesem Zweck fischte man einen Großteil der Fische ab. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen im Hörzendorfer See auch Amurkarpfen (Graskarpfen, Ctenopharyngodon idella) und Silberkarpfen (Tolstolob, Hypophthalmichthys molitrix) durch Besatzmaßnahmen vor. Bei der Abfischung wurde ein Tolstolob mit einem Gewicht von 32,5 kg gefangen.
Die Hauptfische des Hörzendorfer Sees sind Karpfen, Zander und Hechte. Vom Ossiacher See wurden vor einiger Zeit Lauben eingesetzt. Sonnenbarsche kamen unbeabsichtigt mit anderen eingesetzten Fischarten in den See.
Im Ausrinn des Hörzendorfer Sees, dem Reinitzbach, kommen außerdem Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), Gründling (Gobio gobio) sowie Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und Aitel (Leuciscus cephalus) vor.


Krebsvorkommen


Der Hörzendorfer See beherbergte einst einen großen Bestand an Edelkrebsen (Astacus astacus). Der Bestand ist ab der Mitte der 1980iger Jahre jedoch stark zurück gegangen. Mit einer Absenkung des Sees im Jahre 1991 (während der Sanierung des Auslaufes) ist der Edelkrebsbestand weitestgehend erloschen. Danach wurde ein Besatz mit nordamerikanischen Signalkrebsen (Pacifastacus leniusculus) durchgeführt. Diese Flusskrebsart ist mittlerweile auch im Abfluss des Sees, dem Reinitzbach, zu finden. Edelkrebse konnten in den letzten Jahren sowohl im See als auch im Abfluss keine mehr nachgewiesen werden.
 

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