Der Fisch des Jahres 2013


Die Forelle gilt als Fisch des Jahres 2013. Kraftwerke, Regulierungen, chemische Schadstoffe und viele andere Faktoren haben den Lebensraum der Forelle äußerst nachteilig verändert, so dass ihre Bestände in manchen Gewässern stark zurückgegangen sind. Nicht nur die Bachforelle, sondern auch die Seeforelle und die Meeresforelle sind Fische des Jahres.


Vorkommen in Kärnten


Die Bachforelle (Salmo trutta f. fario) ist ein zu den Salmoniden gehöriger Raubfisch dessen natürliche Verbreitung ganz Europa, Nordafrika bis Zentralanatolien und die Kaukasusregion umfasst. In Griechenland, auf Korsika, Sardinien und Sizilien kam die Bachforelle ursprünglich nicht vor. Sie hat, ausgehend von der atlantischen Meerforelle, drei ökologische Typen ausgebildet welche sich in ihrer Lebensweise stark voneinander unterscheiden. Zwei rein auf Süßwasser beschränkte Formen (Seeforelle bzw. Bachforelle) und die anadrom wandernde Meerforelle.
In Kärnten kommt die Bachforelle in fast allen Gebirgs- und Bergbächen, sowie Wiesen- und Waldbächen vor. Sie ist jedoch auch in fast allen anderen Gewässertypen zu finden.


Fischregionen

 
Leitart des Epi-,Meta- und Hyporhithrals (obere, untere Forellenregion und Äschenregion)
Seltene bzw. typische Begleitart des Epipotamals (Barbenregion).
Die große Bandbreite ihres Vorkommens zeigt die große Anpassungsfähigkeit dieser Fischart an lokale Gegebenheiten.


Lebensweise


Die Bachforelle ist in ihrem Lebenszyklus auf mehrere Parameter angewiesen, um eine intakte Population zu bilden. Sie ist eine stark strukturgebundene Fischart mit unterschiedlichen Habitatsansprüchen in ihrem Lebenszyklus. Jungfische benötigen flach überströmte Schotterbänke, wobei sie sich zuerst im Interstitial und anschließend in den Flachwasserbereichen aufhalten. Mit zunehmendem Alter suchen sie tiefere, strömungsberuhigte Bereiche (Kolke, Buhnen) auf. Die Bachforelle galt lange als standorttreue Fischart, es werden aber längere Wanderungen im Jahresverlauf unternommen (Winter- und Sommerhabitat). Ein wichtiger Aspekt ist die Zubringerpassierbarkeit, da sie das bevorzugte Laich- und Jungfischhabitat für die Bachforelle darstellt. Als einzige biotische Komponente für den Erhalt einer Bachforellenpopulation ist eine ausreichende Versorgung mit Nahrung zu nennen.


Nahrung


Die Bachforelle ernährt sich hauptsächlich von Kleintieren, wie z.B. Krebstieren, Insektenlarven und Insekten. Abhängend vom Nahrungsaufkommen werden einige Tiere auch zum Raubfisch und ernähren sich von anderen Fischen.


Fortpflanzung


Bachforellen werden in einem Alter von 2 (Männchen) und 3 (Weibchen) Jahren geschlechtsreif. Die Eianzahl liegt zwischen 1.000 bis 1.500 Eier pro kg Körpergewicht. Die Fortpflanzung erfolgt von Oktober bis Jänner. Bachforellen sind, wie alle heimischen Salmoniden Interstitiallaicher, sie heben in von Wasser gut durchströmten Furtbereichen mittels Schwanzschlägen Laichgruben aus in denen die Rogner (Weibchen) ablaichen und die vom Milchner (Männchen) wieder mit Schotter zugedeckt werden. Die Eientwicklung findet im Interstitial statt und dauert je nach Wassertemperatur zwischen 3 und 18 Wochen. Die Larven emergieren erst nachdem sie den Dottersack aufgebraucht haben in das Freiwasser, wobei der Zeitraum von der Befruchtung bis zum Schlüpfen zwischen 2 und 6 Monate betragen kann.


Besonderheiten


Die Bachforelle weist einen starken homing-Effekt aus, welcher ihr erlaubt Laichplätze und Standplätze wiederzufinden.


Fischerei


Bachforellen stellen sowohl bei Sportanglern als auch in Fischzuchten einen wichtigen Wirtschaftsfisch dar.


Gefährdung


Die Flusssysteme in Österreich sind einer großen Anzahl an Eingriffen ausgesetzt, welche jede für sich negative Auswirkungen auf die Fischzönose haben und in Summation fatal sein können. Als Beispiel können genannt werden: Kontinuumsunterbrechung, Sohleintiefungen, Begradigungen, Wehranlagen, geringe Dotation bei Restwasserstrecken, keine Anbindung der Zubringer, Monotonisierung des Lebensraumes, innere und äußere Kolmation des Substrats und viele mehr.

Natürlich reproduzierende Bestände der ursprünglichen Bachforelle (Donautyp) sind heute nur mehr selten zu finden, durch Besatzmaßnahmen kam es zu einer weitgehenden Vermischung der heimischen Bachforellenpopulation mit atlantkstämmigen Individuen. Die Bachforelle ist laut WOLFRAM & MIKSCHI (2006) in Österreich mit „Gefährdung droht“ eingestuft.
  
Rote Liste Kärnten: extrem selten, potentiell gefährdet
Rote Liste Österreich: nicht gefährdet