Der Fisch des Jahres


Lebensweise

Der Pflanzenlaicher kommt bevorzugt in wärmeren, stark verkrauteten stehenden Gewässern vor. Die Karausche ist als besonders widerstandsfähiger, zäher Fisch bekannt. Sie bewohnt Gewässer, in welchen andere Fischarten vielfach nicht mehr zu überleben vermögen. Gegenüber niedrigem oder stark schwankendem Sauerstoffgehalt sind Karauschen anspruchslos. Die Nahrung besteht aus Pflanzen und kleinen Bodentieren. Während der kalten Jahreszeit gräbt sie sich in den Boden ein und verfällt in eine Art Winterschlaf; auch wenn ihr Wohngewässer auszutrocknen beginnt, verbirgt sie sich im Schlamm.
Bei HECKEL & KNER (1857) wird angegeben, dass der Transport dieser Fischart in Schnee oder feuchten Blättern stundenlang möglich ist. Die lange Überlebensmöglichkeit außerhalb des Wassers wird auf die Weite der Kiemenspalten zurückgeführt, wodurch mehr Sauerstoff aus der Luft aufgenommen werden kann.


Vorkommen in Kärnten



Die Karausche besiedelt den größten Teil Europas bis auf die nördlichsten Gebiete und das Mittelmeer. In Kärnten kommt sie vor allem in sehr gering durchfluteten und sommerwarmen Augewässern und Teichen vor (z. B. Tanzenberger Teich, Tatschnigteich, Dietrichsteiner Teich, Webersee und Griffner See), aber auch in flachen Bereichen der Unterkärntner Seen (z. B. Keutschacher See) sowie vereinzelt in Flachbereichen der Stauräume der unteren Drau und im Ossiacher Seeabfluss.


Gefährdung und Schutz


Aufgrund des Verlustes von Augewässern und natürlichen Kleingewässern vor allem im 20. Jahrhundert, sowie des Besatzes und der Bewirtschaftung mit in den entsprechenden Gewässern nicht vorkommenden Arten ist der Bestand an Karauschen in Kärnten deutlich zurückgegangen. Durch die Schaffung neuer Augewässer (z. B. im oberen Drautal) können wieder Lebensräume für diese Art geschaffen werden.


Zitat aus  HONSIG-ERLENBURG, W., T. FRIEDL & G. KESCHBAUMER: Aal: 52-53. In: HONSIG-ERLENBURG, W. & W. PETUTSCHNIG (2002): Fische Neunaugen Flusskrebse Großmuscheln. - Sonderreihe des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten: 1-256, Klagenfurt.